Der Struggle mit diesem elenden Toilettenpapier

Toilettenpapier. Es wird wohl das Wort des Jahres werden. Wer hätte gedacht, dass wir mit diesem Wort einmal so viele gemischte Gefühle in Verbindung bringen würden.
Im Aldi ist die Aufgabe des Einkäufers klar: erst reingehen, wenn einer rauskommt. Zielstrebig die Einkäufe sammeln. An die Kasse. Abstand halten. Kein Bargeld bitte. Raus, und ab nach Haus.
Dass der Aldi der erste nach fünf verschiedenen Läden ist, in welchem ich endlich Toilettenpapier finde, macht mich fertig. Genauso wie die Leute hinter und vor mir in der Schlange, die mich mit leicht hochgezogener Augenbraue anschauen, während ich das nun endlich gefundene, aber übergrosse Aktionspack hinter mir her ziehe. Nein, es hatte keine kleineren Packungen. Ja, ich brauche wirklich Toilettenpapier, weil zuhause keins mehr da ist. Das würde ich gerne laut herausrufen, mache es aber natürlich nicht. Anstand und so. Ich bin ja nicht verrückt.
Während ich nun bezahle, kitzelt es mich in der Nase. Ich versuche, ins Licht zu schauen – bloss nicht niesen! Funktioniert nicht. Scheisse. Also niese ich, schön in die Armbeuge, aber mit dem übergrossen Pack Toilettenpapier in der anderen Hand. Fast bekomme ich ein schlechtes Gewissen und mein Erklärungsdrang meldet sich. Ich habe Heuschnupfenanfälle. Ja, es ist im Moment wieder Heuschnupfenzeit. Nein, ich habe kein Fieber. Auch das würde ich gerne rufen. Aber eben, ich bin ja nicht verrückt. Also lächle ich entschuldigend und mache mich aus dem Staub.
Ich komme zuhause an und bin fix und fertig. Wie das wohl wird, wenn die Pollenzeit dann richtig da, und nicht nur der Toilettenpapier-Vorrat, sondern auch die Tomatensauce alle ist?